Bilanzrecht

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Schwerpunkte des Bilanzrechts

 Eine Rezension zu

:

 Bernhard Großfeld/Claus Luttermann

Bilanzrecht

Die Rechnungslegung im Jahresabschluß und Konzernabschluß

nach Handelsrecht und Steuerrecht, Europarecht und IAS/IFRS

Reihe: Lehr- und Handbuch

4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage

Heidelberg: C.F. Müller, 2005, 515 S

ISBN 3-8114-2348-7

 http://www.cfmueller-verlag.de

 

Das Bilanzrecht regelt Kernbereiche des Unternehmens- und Wirtschaftsverfassungsrechts in zunehmend internationaler, jedenfalls aber europäischer Dimension. Die Rechnungslegung ist für Unternehmen unabdingbar, weil sie weltweit eine maßgebliche Rechtspflicht darstellt. Im Bereich des Bilanzrechts spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, so etwa Finanzierungsfragen, Investitionsfragen, Fragen der Besteuerung und natürlich Fragen der Unternehmensbewertung. Bewertungsfragen stehen dabei ganz im Zentrum. Dieses eingeführte Buch, dass nunmehr von Luttermann fortgeführt wird, bietet einen Schlüssel zu diesem schwierigen Bereich für jeden, der sich kompetent mit der Rechnungslegung beschäftigen will oder muss. Das Bilanzrecht wird hier umfassend in all seinen Facetten dargestellt. Nach eingehender Lektüre ist der Leser vielleicht nicht in der Lage Bilanzen zu erstellen, jedoch sich mit ihnen intensiv zu beschäftigen und sie zu analysieren.

Das Bilanzrecht regelt die Rechnungslegung von Unternehmen und bildet den entscheidenden Kern von Unternehmensfinanzierung, Gesellschafts- und Konzernrecht im Sinne einer angemessenen Unternehmensführung, die über sich selbst ständig Rechenschaft ablegen, bereits um ein effektives Controlling zu ermöglichen. Das Bilanzrecht regelt dabei, wie ein Unternehmen im Wettbewerb seine Vermögens-, Finanz - und Ertragslage darstellen darf oder muss. 

Die Darstellung gibt zunächst einen Überblick über die Grundlagen des deutschen Bilanzrechts und führt in bilanzrechtliche Grundlagen wie die Bilanzwahrheit und die Bilanzklarheit ein. Bereits der zweite Teil geht eingehend auf internationale Aspekte ein, die auch einem Rechtsvergleich zum deutschen Recht unterzogen werden, soweit es sich dabei nicht längst um Europarecht handelt. Gerade im Bilanzrecht spielt das Europarecht eine besonders bedeutende Rolle, die hier aus eingehend zum Ausdruck kommt. Es liegt auf der Hand, dass die Darstellung sich intensiv mit den IAS/IFRS befasst, ihre Bedeutung in der EU herausarbeitet und auch Übersetzungsfragen thematisiert, um sodann den Rechtsschutz im Bilanzrecht kritisch zu hinterfragen.

Teil 3 behandelt den Jahresabschluss, analysiert die hier vorhandenen Theorien und vermittelt die Grundlagen der Darstellung des Jahresabschlusses. Der Teil 4 geht sehr eingehend auf die Balance Sheet ein, vermittelt die Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz, die Gliederung einer Bilanz und deren Positionen. Teil 5 stellt die Gewinn- und Verlustrechnung dar, die je nach Rechtsform eine andere Struktur haben kann. Der besonders interessante Teil 6 geht jetzt näher auf den Eigenkapitalspiegel ein, während der Teil 7 das Cash Flow Statement eingehend analysiert, um sodann im Teil 8 die Notes und in Teil 9 den Lagericht im Konzern darzustellen. Der Teil 10 geht eingehend auf den Konzernabschluss ein, während sich Teil 11 Fragen der Wirtschaftsprüfung zuwendet. Details zu schildern wäre an dieser Stelle verfehlt, zumal die Darstellung sehr um Verständlichkeit bemüht ist und kein Wissen im Bilanzrecht voraussetzt, sehr wohl allerdings - natürlich - im Handels - und Gesellschaftsrechts. Die Schlußbetrachtung zeigt sehr deutlich, in welcher Weise das Bilanzrecht weiter in Bewegung ist und immer mehr unter den Druck der Internationalisierung der Wirtschaft gerät.

Das seit langem eingeführte Werk vermittelt das Bilanzrecht in umfassender Perspektive und stellt eine der führenden deutschen Lehr - und Handbücher in diesem Bereich dar.