Europaeisches Gesellschaftsrecht

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Ralf Hansen

Eine profunde Darstellung
des europäischen Gesellschaftsrechts

Eine Rezension zu:
Stefan Grundmann 

Europäisches Gesellschaftsrecht

Eine systematische Darstellung unter Einbeziehung
des Europäischen Kapitalmarktrechts
 
Reihe: IUS COMMUNITATIS 
 
Erstauflage 
 
Heidelberg: C.F. Müller, 2005, 557 S.
ISBN 3-8114-5128-6

http://www.cfmueller.de
 

Die neue Reihe IUS COMMUNITATIS wird in zwölf Bänden die wichtigsten Gebiete des weiter wachsenden europäischen Sachrechts mit seinen Bezügen zu den nationalen Rechten und den Hintergründen der Regelungen darstellen. Es ist das Charakteristikum dieser neuen Edition, dass der Europäische Rechtsrahmen im Zusammenhang mit den nationalen Regelungen zweistufig dargestellt wird, um einen besseren Blick auf die Integrationsleistungen zu ermöglichen, die mit europäischen Rechtsnormen verfolgt wird. Die Reihe richtet sich vornehmlich an Praktiker, will aber auch Studenten und Referendaren Orientierung geben und bietet praxisnahe Information ohne Vernachlässigung wissenschaftlicher Argumentation.

Der für die gesamte Reihe vielversprechende erste Band gilt dem Europäischen Gesellschaftsrecht, das seit Jahren erheblich in Bewegung ist, wie letztlich aber das gesamte Wirtschaftsrechts unter dem Druck der Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, gerade auch in Europa. Zu nennen ist hier etwa die Umstellung des Bilanzrechts auf internationale Standards, die Prospekt-Richtlinie, die Übernahme - Richtlinie und selbstredend die bahnbrechende Rechtsprechung des EuGH zum internationalen Gesellschaftsrecht. Im Zentrum der Darstellung steht der EG - rechtliche Rechtsnormenbestand mit seinem dazugehörigen Instrumentarium zur Umsetzung in das nationale Recht. Soweit noch keine Rechtsvereinheitlichung erfolgt ist, werden insbesondere rechtsvergleichende Aspekte herangezogen, nicht zuletzt, um auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Die äußerst systematische Darstellung bezieht außer dem Gesellschaftsrecht auch das Kapitalmarktrecht ein, schlägt die Brücke zum Körperschaftssteuerrecht und geht insbesondere auch auf insolvenzrechtliche Aspekte ein, um die Hauptprobleme und Leitlinien angemessen hervortreten zu lassen. Der Verfasser weist bereits einleitend auf die prägende Funktion des Europarechts gerade im Wirtschaftsrecht hin und verdeutlicht, dass es kaum noch Enklaven gibt, die vom europarechtlichen Normenerzeugungsprozess nicht beeinflusst sind. Dieser Normensetzungsprozess setzt Normenfluten in Gang, die sich nur schwer übersehen lassen, so dass Orientierung erforderlich, da sich - wie der Verfasser pointiert formuliert - seriöse Rechtsanwendung nicht mehr allein mit der deutschen Umsetzung arbeiten kann, sondern auf die europarechtlichen Rechtsgrundlagen zurückgreifen muss. Der Band ist im wesentlichen auf dem Stand des 01.12.2003. Eine englische Ausgabe soll folgen. Teil erläutert die Grundlagen, während der zweite Teil Fragen der Errichtung von Gesellschaften in Europa und deren laufende Geschäfte zum Gegenstand hat. Besonders Interessant sind hier etwa die Ausführungen zur Haftungsbeschränkung. Teil 3 hat die Finanzierung an Kapitalmärkten zum Gegenstand und geht hier intensiv auf die Börsenrechtsrichtlinie und die Harmonisierung des Sekundärmarktrechts ein. Teil 4 hat insbesondere Niederlassungsfragen zum Gegenstand, während Teil 5 sich den supranationalen Rechtsformen wie der S. E. widmet. Teil 6 versucht eine Perspektive für die Zukunft im Sinne einer "Summe" zu entwerfen.

Dass in einem sehr schönen Stil geschriebene Buch bietet eine profunde Information zu allen wichtigen Fragen des Europäischen Gesellschaftsrechts und reget zu weiter führenden Diskussionen auf diesem Gebiet deutlich an.