Arbeitsrecht - ein erster Einblick

 

Ralf Hansen

Arbeitsrecht kompakt vermittelt

 Eine Rezension zu:

 

 Hermann Reicholt

Arbeitsrecht

2. Auflage

München: C.H. Beck, 2006, 372 S., 24,80 EUR

ISBN 3-806-53869-X

 http://www.beck.de

 

Die Darstellung für die juristische Ausbildung besticht durch Übersichtlichkeit und Strukturierung. Sie wendet sich primär an Studenten, ist aber letztlich für jeden arbeitsrechtlich Interessierten als Einführungslektüre interessant. Die Vermittlung des Wissens erfolgt strikt fallbezogen. In den Text integriert sind maßgebliche Fallkonstellation, die in der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung eine hervorgehobene Rolle spielen. Die Volltexte der Lösungen sind über http://www.jura.uni-tübingen.de/reichold abrufbar. Letztlich orientiert sich die Darstellung an elf arbeitsrechtlichen Schlüsselfällen, die nach aktuellen Gesichtspunkten ausgewählt wurden und nunmehr auch den Problemen der Inhaltskontrolle im Arbeitsrecht und dem noch schwer einzuschätzenden Einfluss des kommenden Antidiskriminierungsgesetzes Rechnung tragen. 

So bietet Fall 2 über den sehr freien Rechtsanwalt eine ausgiebige Diskussion der Schlüsselprobleme des sog. "Haifischbeckens" in dem sich anwaltliche Berufsanfänger bewegen müssen, die sich als "freie Mitarbeiter" verdingen müssen. Hervorzuheben ist etwa, dass das einschlägige Prozessrecht stets eingehend in der Darstellung berücksichtigt wird und auch im Ganzen in § 6 gut erklärt wird. Viele Schaubilder und Rechtsprechungsübersichten erleichtern das Lernen. Zu erwähnen ist, dass der Drucksatz sehr lesefreundlich angelegt ist. Die Veränderungen im Individualarbeitsrecht durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz werden sehr detailliert berücksichtigt (Fall 4). Hervorzuheben ist die sehr praxisorientierte Darstellung des Kündigungsschutzrechts (Fall 6). Das kollektive Arbeitsrecht wird ebenfalls erfreulich klar dargestellt. Dies gilt etwa für das Tarifrecht und die individualrechtlichen Folgen von Arbeitskämpfen (Fall 11). Fragen und Antworten erhöhen den Lerneffekt.

Das Buch hinterlässt einen sehr profunden Eindruck und dürfte gerade Studenten ermutigen, sich in die zentralen Fragen des Arbeitsrechtes anhand einer völlig neuen Darstellung einzuarbeiten. Eine Alternative zum "Repetitorenskript" stellt dieses Buch jedenfalls auf auch lerntheoretisch hohem Niveau dar.