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Ralf Hansen

Gebührenberechnung nach dem RVG

Eine Rezension zu:

 Nikolaus Lutje

RVG Gebührenrechner auf CD-ROM

Gebühren abrechnen, Honorare vereinbaren - mit Kurzkommentierungen

CD-ROM mit Bedienungsanleitung.

Edition 2004 - Version 1.0 

C. H. Beck 2004, € 49,50

ISBN 3-406-51965-2

http://www.beck.de

 

Der "RVG Gebührenrechner" ist ein selbständig nutzbarer Bestandteil der Neuedition der Programms Kanzlei plus 3.0 auf CD-ROM (Edition 2004, ISBN 3-406-51929-6, ca. € 149,00, 
Aktualisierung: jährlich ca. € 99.00). Das Programm, das auf allen gängigen Rechnern lauffähig ist (Mindestvoraussetzungen: Pentium PC, 128 MB RAM-Arbeitsspeicher, 20 MB freier Speicherplatz auf der Festplatte, ab Win 2000 oder XP, Bildschirmauflösung 1024x768 Pixel, CD-ROM-Laufwerk, MS Word 2000 oder höher), enthält für Zweifelsfälle ein ausführliches Handbuch, dass ausgezeichnet in die Anwendung einführt. 

 

Das Modul ermöglicht es umfassende Gebührenrechnungen auf der Basis des zum 01.07.2004 in Kraft getretenen Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes vorzunehmen, das für die Anwaltschaft keinesfalls lineare Einkommensverbesserungen bei der Abrechnung nach Gegenstandswerten mit sich gebracht hat, aber nicht weniger anwendbar ist als etwa das GKG, nach dessen Vorbild es strukturiert ist. Gegenüber der BRAGO stellt es einen Paradigmenwechsel dar, der erst durch den Einsatz entsprechender Berechnungsprogramme wirklich beherrschbar wird, auch wenn der Einsatz eines solchen Programms nicht von der Kenntnis der Strukturen des RVG entbindet. Das RVG zerfällt dabei in zwei Teile. Den Gesetzes der §§ 1 - 61 RVG und dem Vergütungsverzeichnis. Dieses Vergütungsverzeichnis ist in diesem Programm mit erläuternden Kurzkommentierungen versehen, die die Handhabung in Zweifelsfällen deutlich erleichtern, sofern nicht eine darüber hinaus gehende Kommentierung konsultiert werden muss. Die üblichen Gebührentabellen sind ebenfalls enthalten. Prozesskostenrisiken lassen sich leicht berechnen, unter Einschluss der Gerichtskosten.

In vielen Bereichen unterstützt das RVG den Abschluss von Honorarvereinbarungen, so ab 2006 insbesondere für den Bereich der außergerichtlichen Rechtsberatung aber auch im Bereich etwa der Mediation. In dieser Situation bietet sich in vielen Bereichen der Abschluss von Honorarvereinbarungen an, die den Erfordernissen des § 4 RVG und den Anforderungen der BRAO unterliegen und nach wie vor nicht etwa in der Vollmacht enthalten sein dürfen. Mit einem solchen Vorgehen würde man übrigens auch der Gegenseite die eigene Abrechnungsbasis offen legen, ein unkluges Vorgehen. Das Programm berücksichtigt diese Situation und enthält einen Assistenten zur Erstellung von Vergütungsvereinbarungen mit mehreren Alternativen. 

Textbausteine für Pauschalvergütungen sind ebenso enthalten wie Elemente für Stundenvereinbarungen oder weiteren Zusatzvereinbarungen. Ein interessantes Tool erlaubt es aufgrund der Kostenstruktur der Kanzlei den angemessenen Stundensatz komfortabel zu berechnen. Angesichts der unmittelbaren Schnittstelle zu MS Word als dem marktführenden Textverarbeitungsprogramm ist die unmittelbare Übernahme in laufenden Arbeitsprozess gewährleistet. Das Programm berücksichtigt insbesondere den Umstand, dass Rechtsanwälte Unternehmer in einem besonderen Dienstleistungssektor sind, indem ausgewiesen werden kann, welcher wirtschaftlich vertretbare Aufwand an Arbeitsstunden sich bei welchem Honorar ergibt. Dies ist angesichts der Notwendigkeit der Kalkulierbarkeit der eigenen Leistung sehr zu begrüßen und erlaubt auch die Kalkulation von Unterdeckungen. Es kann mitunter günstiger sein, Mandate nicht anzunehmen, je nach Situation. Ein erläuterndes Anschreiben, das dem Mandanten das Angebot einer Honorarvereinbarung näher erläutert, ist ebenfalls enthalten. Die betreffenden Muster sind äußerst brauchbar. 

Allerdings wird sich nicht mit jedem Mandanten eine Honorarvereinbarung treffen lassen. Auch Rechtsschutzversicherungen dürften kaum jemals mehr zahlen wollen, als das RVG zulässt, von gerichtlichen Kostenerstattungsverfahren ganz abgesehen. Für diese Fälle, die nach wie vor die Regelfälle darstellen, enthält das Programm zwei Berechnungsroutinen für die außergerichtliche Beratung und Vertretung sowie die gerichtliche Vertretung. 

Bei der Abrechnung der außergerichtlichen Vertretung erlaubt der Assistent eine sehr komfortable Berechnung, die es lediglich - vorbehaltlich entsprechender Kontrollen der Programmfunktionen, die aber im Test vorbildlich liefen - notwendig macht, die erforderlichen Daten einzugeben, wie nachstehend anhand eines außergerichtlichen Vergleichs gezeigt wird.

Nichts wesentlich anders verläuft es bei der Berechnung der in Gerichtsverfahren anfallenden Rechtsanwaltsgebühren, die dann ausgeworfen werden und problemlos in die Textverarbeitung übernommen werden können.

Ein Expertenmodus erlaubt die Vornahme individueller Berechnungen. Die Routinen könnten in den Bereich Straf- und Bußgeldverfahren sowie Verwaltungs- und Sozialgerichtsverfahren allerdings etwas entwickelter sein, sodass dieses Programm maßgeblich im Zivil- und Arbeitsrecht einsetzbar ist. Die Gebührensätze werden hier allerdings ausgeworfen.

Der RVG Gebührenrechner ist insbesondere in den Bereichen Zivil- und Arbeitsrecht vielseitig einsetzbar und erlaubt eine äußerst schnelle und zuverlässige Berechnung der Gebühren nach dem RVG und die Erstellung von Honorarvereinbarungen.