Schöne neue Arbeitswelt?

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Ralf Hansen

Arbeitsgesellschaft und Weltbürgergesellschaft:
Zur Zukunft von Arbeit und sozialer Demokratie


Eine Literaturkritik zu:

Ulrich Beck

Schöne neue Arbeitswelt - Vision: Weltbürgergesellschaft

Reihe: EXPO 2000, Band 2
Frankfurt/Main: Campus-Verlag, 1999, 255 S, DM 49,80
ISBN 3-593-36036-5

I.

 

Bereits der Titel dieses vieldiskutierten Buches des kreativen Münchner Soziologen Ulrich Beck (http://www.soziologie.uni-muenchen.de; http://www.lrz-muenchen.de/~Soziale_Welt/) enthält eine vieldeutige Anspielung: Er zielt auf eine Art Antithese zur "negativen Utopie" der "Brave New World" des Aldous Huxley (Huxley, 1982) über eine totalitäre Weltgesellschaft, in das einzelne Individuum zum Funktionsträger einer nicht mehr politischen, aber in jeder Hinsicht "fordistischen", Ordnung verkommt, in der Widerstand nicht mehr möglich ist, Staaten aber durch die Herrschaft eines Weltkonzerns rationalisiert ist. Ein derartiges "System" ist auf staatliche Macht nicht mehr angewiesen. Niemand kann diese Ordo mehr in Frage stellen. Mit der Gegenvision "Weltbürgergesellschaft" werden Auswege aus dem postmodernen Versuch des Einrichtens in der Krise, geradezu unterstellt. Es ist der Versuch eines Entwurfes für eine Weltbürgergesellschaft, die weder einem neoliberalen Marktabsolutismus mit der Folge der "Brasilianisierung des Westens", noch einer nach "1989" obsoleten postsozialistischen Romantik huldigt. Ein solcher Ansatz bewegt sich notwendig zwischen Skylla und Charbidis zweier "Konservatismen": Eines linken Strukturkonservatismus, der auf die Erneuerung eines staatlich wenigstens angeleiteten Kollektivismus setzt und andererseits eines neurechten Konservatismus, der die politische Regulation von den Imperativen eines blind operierenden Marktes abhängig macht, um mit neoliberalen Politikansätzen eine verheißungsvolle "Fusion" einzugehen (Giddens, 1997, S. 27 ff, 64 ff, 84 ff).

Ein derartiger Ansatz, muß sich damit auseinandersetzen, was die Moderne im gesellschaftlichen Kern auszeichnet: Genese, Konstitution und Zerfall einer bürgerlichen Arbeitsgesellschaft. Der Bürger der Moderne ist, wie Beck es treffend ausdrückt, ein "Arbeitsbürger". Mit dem Zerfall der Arbeitsgesellschaft geht eine deutliche Identitätskrise der "postindustriellen Gesellschaft" (Bell) einher, die entweder in vergangenheitsorientierten Beschwörungen mehrerer Lesarten, in einem "postmodernen Einrichten" in der Krise oder mit deren Bewältigung hin zu einer neuen Art von Gesellschaftsformation hin überwunden werden kann. Letztere Alternative ist die "Vision", die Ulrich Beck entwirft. Er will nach der Beschwörung des Endes, nach dem Anfang fragen, der in jedem Ende verborgen ist (Beck, Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne, in, Beck/Giddens/Lash, 1996, S. 19).

II.

 

Es ist kein Geheimnis, das die Internationalisierung der Wirtschaft, die jenes Phänomen maßgeblich ausgelöst hat, das man "Globalisierung" nennt, die Grundlagen der Arbeitsgesellschaft des sog. "postfordistischen Regulationstyps" erheblich erschüttert hat (eingehend, Rifkin, J., 1997). Becks Vision der "Weltbürgergesellschaft" (da der Begriff der Utopie nach ihrer Erschöpfung nachhaltig diskreditiert ist, greift man wieder zum säkularisierten, weil verheißungslosen "Eschaton" der "Vision") setzt eine Theorie der Globalisierung voraus. Konsequent setzt Beck daher mit einer Argumentation ein, die sein wichtiges Buch über die Globalisierung (Beck, 1997b) abschließt: Die These von der "Brasilianisierung des Westens" (ebd., 266 - 268), die auf dem Ansatz einer "Politischen Ökonomie der Unsicherheit" beruht. Sie zu entwickeln, ist kaum jemand berufener als der "Vater der Risikogesellschaft" (Beck, 1986), dessen "Soziologie des Risikos" zahlreiche internationale Debatten in allen Disziplinen angestoßen hat, wenn auch in der Rechtswissenschaft nur zaghaft (Winter, 1998, 518 - 528). Diese "politische Ökonomie der Unsicherheit" geht von einer noch nicht völlig ausgearbeiteten Theorie der Globalisierung aus, die Ulrich Beck für die internationale Debatte zahlreiche Ansätze verdankt (Beck, 1998 a und 1998 b, einige bereits angekündigte Bände sind noch nicht erschienen).

Seine Auffassung von Globalisierung als Zivilisationsprozeß, der nicht auf "wirtschaftliche Internationalisierung" verkürzt werden kann, heißt die Kernfrage der gegenwärtigen Soziologie zu entfalten: "In welcher Gesellschaft" leben wir?". Einer Frage der Beck bereits in seinem vieldiskutiertem Vortrag auf dem 25. Deutschen Soziologentag (1990) nachgegangen ist (Beck, 1995, S. 11 - 30). War die erste Moderne noch durch Territorialisierung, Nationalstaat, nationalem Industrialismus und national orientierter Politik und Kultur gekennzeichnet, haben sich demgegenüber die Akzente in der zweiten Moderne erheblich verschoben. Soziales und politisches System sind durch eine Enträumlichung der Kommunikation gekennzeichnet, der eine Virtualisierung der Kommunikationsprozesse korrespondiert, die jeder "Verörtlichung" widerstreitet. Früh schon hatte Niklas Luhmann angesichts der Entgrenzung gesellschaftlicher Kommunikation, die im Kern Gesellschaft ausmacht, den Terminus der "Weltgesellschaft" geprägt (s. zuletzt 1997, 145 ff; Ders., in, Beck, 1998 b, S. 345 ff). Eine Globalisierungtheorie muß letztlich kommunikationstheoretisch ansetzen, um eine Theorie er sozialen Differenzierung zu entfalten, die komplex genug ist, diese evolutionären Entwicklungen kritisch aufzunehmen. Selbstredend lassen sich Strukturen von Globalisierung bereits in der von Beck so genannten "Ersten Moderne" ausmachen, die sich am Anwachsen wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Interdependenzen festmachen läßt und damit auf Kommunikation beruhen. Beck spricht in diesem Zusammenhang von "additiver Globalisierung", wohingegen die "substitutive Globalisierung" der "Zweiten Moderne" vorbehalten ist. Diese Form von Globalisierung ist eine Folge reflexiver Modernisierungsprozesse, die über die Herausbildung von Nebenfolgen die bisherige funktionale Differenzierung in Frage stellt (näher: Beck, 1996, S. 64 ff). Der Terminus der "Zweiten Moderne" enthält eine deutliche Antithese zur "Postmodernität" (begriffsbildend, Lyotard, 1986), da sie ein "nach-der-Moderne" deutlich verneint. Das additive Verständnis führt zu einem "Aufprall" der Globalisierung auf ein territorial fixiertes Gesellschaftsverständnis, das mit einer Mythisierung der nationalen Herkunft einhergeht, die ausschließlich moderner Natur ist (S. 29 f; näher, Münch, 1993, S. 42 ff).

Unter Geltung des Paradigmas der "Zweiten Moderne" werden diese territorialen Fixierungen fragwürdig, da das (ohnehin stets fragwürdige und ideologieverdächtige) Deckungsverhältnis von Staat und Gesellschaft kaum mehr auszumachen ist, ohne das sich klare Grenzen zwischen Staat und Zivilgesellschaft schon deutlich bestimmen ließen. Im Vollzug der Deterritoralisierung des Sozialen, drängen Wirtschaft, Politik und Kultur zunehmend über nationale Grenzen hinweg und machen die "Grenze" vollends zu einem rein virtuellen Ereignis: "Dem globalen Kapitalismus entspricht ein Prozeß kultureller und politischer Globalisierung, welcher Territorialität als Ordnungsprinzip von Gesellschaft - und als Ordnungsprinzip des kulturellen Wissens, auf dem die vertrauten Selbst - und Weltbilder beruhen - aufhebt" (S.30). Souveränitätsverluste der Staaten liegen ohnehin offen zutage, auch wenn darauf mit Renationalisierungen reagiert werden kann (Giddens, A., 1995, S. 84 ff). Der völkerrechtliche Souveränitätsbegriff unserer Tage ist von dieser Unsicherheit bereits geprägt (s. nur Oeter, S., 1998, S. 329 - 360). Jedenfalls ist unter derartigen Bedingungen keineswegs klar, wohin die Reise geht (eingehend, Albrow, 1998, S. 121 ff, 189 ff, 253 ff). Auch physikalisch ist der Übergang eines Zustandes zu einem anderen stets von Unsicherheit geprägt. Die entscheidende Komplexitätsleistung von Gesellschaft in der Krise, ist die Ausarbeitung von Regeln zu ihrer Bewältigung.

III.

 

Diese Entwicklung hat im Verhältnis von Kapital und Arbeit fundamentale Veränderungen herbeigeführt, indem insbesondere mit der Expansion der Finanzmärkte Kapital immer mobiler wird (näher Menzel, U., 1998, S. 178 ff), die Arbeit aber lokal verwurzelt bleibt, selbst wenn sie in reiner Kommunikation besteht. Die Virtualisierung der Arbeitswelt hat Folgen auch für den Arbeitsbegriff. Mit Robertson (1998, S. 192 - 220) liest Beck Globalisierung daher immer auch als "Glokalisierung". Unter diesen Bedingungen ist der regulierende Handlungsspielraum der Staaten eng begrenzt (Habermas, 1998, S. 91, 105 ff). Technik und Wissenschaft, sind heute "erste Produktivkraft" (Habermas). Mit dem technologischen Fortschritt geht ein zunehmend deutlicher werdendes, geringeres Maß an vornehmlich industrieller Arbeit einher, so daß gleichzeitig mit der Expansion der Finanzmärkte eine erhebliche Steigerung der Arbeitslosigkeit einher geht, da zur Steigerung der Kapitalrentabilität und der industriellen Produktivität eine Steigerung der industriellen Arbeitsproduktivität nicht mehr erforderlich ist. Automatisierte Herstellungsverfahren benötigen nur wenige qualifizierte Überwacher des Produktionsablaufes. Eine Entwicklung, die Friedrich Pollock bereits 1959 in seiner - leider weithin vergessenen - Studie "Die Automation" prognostiziert hat. Soweit Beck davon spricht, daß von dieser Entwicklung alle Erwerbsformen betroffen sind, enthält der Text allerdings gewisse Friktionen. Zwar nimmt die gesellschaftlich notwendige Industriearbeit (auch unter dem Aspekt etwa des verstärkten Robotereinsatzes in der industriellen Fertigung) zunehmend ab. Andererseits bestehen aber im Dienstleistungsbereich erhebliche Überkapazitäten, die nur teilweise abbaubar sind, aber (unter Rentabilitätskriterien) nur teilweise der Wertschöpfung zugänglich sind. So kann kaum ein freiberuflich tätiger Mensch, sich auf eine 35 Stunden - Woche zurückziehen. Die zu leistende Arbeit wird flexibel nach Anfall verteilt. Damit ist hinsichtlich der Verteilung der Arbeit eine Ungleichzeitigkeit verbunden, die es unmöglich macht, ein Lösungsmodell für alle Sparten aufzustellen. Dieses Problem durchzog bereits die Diskussion über die Einführung der 35 - Stunden Woche in den achtziger - Jahren und setzt sich gegenwärtig in der (ideologisch verbohrten) Diskussion über eine "Rente mit 60" fort (interessante Kritik bei Giddens, A., 1999, S. 138 ff). Einem "Modell von alten Männern für alte Männer", das die Probleme der Frauenerwerbsarbeit weitgehend ignoriert. Richtig ist aber an dieser These, daß die geschaffenen Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor keineswegs den Abbau im industriellen Sektor abfangen können, da Vollbeschäftigung insgesamt letztlich nicht mehr erreichbar ist, es sei denn um den Preis einer erheblichen Ausdehnung des "Working Poor" mit allen fatalen Folgen.

Arbeit wird damit prekär. Um es mit den Worten eines anderen Soziologen zu formulieren: "Prekarität hat bei dem, der sie erleidet, tiefgreifende Auswirkungen. Indem sie die Zukunft überhaupt im Ungewissen läßt, verwehrt sie den Betroffenen gleichzeitig jede rationale Vorwegnahme der Zukunft und vor allen Dingen jenes Mindestmaß an Hoffnung und Glauben an die Zukunft, das für eine vor allem kollektive Auflehnung gegen eine noch so unerträgliche Gegenwart notwendig ist" (Bourdieu, Pierre, Prekarität ist überall, in, 1998b, S. 96, 97).

IV.

 

Die Institutionen des "Modell Deutschland" sind eindeutig noch auf "Vollbeschäftigung" orientiert, da sie um eine Strukturierung der Moderne als "Arbeitsmoderne" hin organisiert sind. Damit wird eine bestimmte Art gesetzlich typisierter Arbeitsbiographie vorausgesetzt (Beck, 1996, S. 87 ff). Es ist bisher nicht gelungen, diese Institutionen auf die veränderten Arbeitsbedingungen "umzuprogrammieren". Gegen Ende des "Modell Deutschland" sind daher auch die sozialen Sicherungssysteme in eine Krise geraten, die sich systemimmanent kaum noch bewältigen lassen wird. Mit der wachsenden Arbeitslosigkeit, die zahlreiche Armutsfaktoren mit sich zieht (nicht zu vergessen eine erhebliche Kinderarmut), werden die Grundlagen des Sozialstaats erheblich erschüttert. In diesem Zusammenhang steht auch die Krise des Steuerstaates, dem mit der Entnationalisierung der Produktion und des Kapitalverkehrs insoweit auch wenigstens teilweise der finanzielle Boden entzogen wird (Habermas, J., Der europäische Nationalstaat, in, Ders.,,1997, S. 146 f). Eine "Reform" folgt der anderen. Kuriert wird am Symptom. Die Ausgangslage wird unter "Sachzwang" verbucht. Nichts anderes ergibt sich, wenn ein Abbau der Arbeitslosigkeit mit "Working Poor" erkauft wird, wie in den angelsächsischen Ländern. "Vollbeschäftigungsbiographien" werden immer seltener, was sich insbesondere auf die Rentenversicherung auswirkt und Altersarmut programmiert.

Beck geht in diesem Buch eingehend auf die US-amerikanischen Verhältnisse ein, die für die westliche Welt paradigmatischen Charakter haben (s. aber auch den interessanten Beitrag von Mutz, ebd. S. 190 - 207). In den USA wird allerdings nicht primär dem Staat zugewiesen, soziale Ungleichheiten zu "begradigen", die der entbändigte Markt erzeugt hat (S.113). Vielmehr herrscht dort - die inzwischen durchaus erschütterte (s. Kleinsteuber, 1999, S. 536 - 540). Überzeugung vor, daß in der Ausdifferenzierung freier Marktstrukturen der alleinige Schlüssel zur Lösung der sozialen Probleme liegen kann. Allerdings wurde der Welfare State durch den Personal Responsibility and Work Opportunity Reconciliation Act von 1996 (dem Republikanischen Entwurf von 1995 angesichts der Mehrheitsverhältnisse im House of Congress weitgehend folgend) wirksam dereguliert (Murswieck, 1999, S.698 - 705). Das Modell des US-amerikanischen Kapitalismus ist allerdings von tiefen Widersprüchen gekennzeichnet. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ist mit einem "Niederstlohnprinzip" erkauft, dessen Preis soziale Exklusionen sind, flankiert von erheblichen Inhaftierungsquoten, die die Arbeitslosenquote deutlich verzerren (Wacquant, 1997). Andererseits sind Verbesserungen der sozialen Situation unter der Clinton-Administration unbestreitbar. Parallel dazu bestehen angesichts einer "35-Prozent-Demokratie" erhebliche Delegitimationen des politischen Systems, die aber zu einem nicht unerheblichen Teil aufgefangen werden durch privates Engagement für die Gesellschaft, auch unterfedert durch ein kommunitaristisches Verständnis von Gemeinschaft (sehr breitenwirksam waren: Etzioni, A., 1996; Ders., 1998). Die Verhältnisse in den USA sind von sozialer Unsicherheit geprägt, die längst auf Europa übergegriffen haben (Münch, R., 1993, S. 182 ff), allerdings noch kaum strukturell vergleichbar sind. Es fragt sich durchaus, ob angesichts dieser strukturellen Unterschiede "französische Zustände", nach einer Formulierung von Pierre Bourdieu, nicht "amerikanischen Verhältnissen" vorzuziehen sind.

Die neoliberalen "Patentrezepte" der "Chicago-Methode" haben, wie Beck zutreffend ausführt, versagt und sind von unauflösbaren Widersprüchen dieses Paradigmas gekennzeichnet: "Die Macht des Staates und seiner Institutionen wird skrupellos erobert und ausgespielt, um sie zu brechen. Dies aber in einer Welt, in der der Zusammenbruch nationalstaatlicher Instititutionen in den 90er Jahren zu den wirklich schweren menschlichen Tragödien und Bürgerkriegen geführt hat - in Somalia, Westafrika, Jugoslawien sowie Teilen der ehemaligen Sowjetunion; ähnliches droht nun auch mit der Finanzkrise Südostasiens, beispielsweise in Indonesien. Auch wenn die Schwächung staatlicher Zentralmacht nicht alleine auf die neuen Einflüsse globaler Märkte zurückgeführt werden kann, so zeichnet sich doch ab, daß auf diese Weise ein verdecktes staatliches Macht - und Legitimationsvakuum verschärft und offen hervorbrechen kann" (S.121). Dies ändert aber nichts daran, daß auch dieses Modell an einem minimalen Repressivstaat festhalten wird, um eben dieses Regulationsmodell soweit notwendig zu sichern, wenn es nicht gelingt Alternativen politisch umzusetzen. Beck sieht den Widerspruch allerdings insofern treffend, als der Siegeszug der Demokratie langfristig kaum noch aufzuhalten ist und ein weniger an Demokratie auf keine nachhaltige Akzeptanz stößt. Politische Ordnungen aber stets an Legitimation rückgekoppelt sind. Die Heraufkunft eines neuen (oder vormodernen) Legitimationstypus ist unterdessen aber gegenwärtig nicht auszumachen. "Die Utopie des Neoliberalismus ist eine Art Marxismus ohne Marx. Sie verwirklicht nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die Marxsche Diagnose der Spaltung und Zerstörung der Gesellschaft ohne jegliche Hoffnung auf Befreiung im Sozialismus. Sie begünstigt damit umgekehrt einen Neo-Marxismus der Hoffnungslosigkeit aus eben demselben Grund: weil der gesellschaftliche Zusammenbruch ohne politische Alternative droht" (S.122). Bereits der Begriff "Sozialismus" ist durch die Geschichte der "sowjetisch-leninistischen" "Alternative" allerdings derart diskreditiert, daß sich gut überlegen sollte, wer noch meint, ihn positiv verwenden zu müssen (insoweit ähnlich, Giddens, A., 1999, S13 ff; Ders., 1997, S.84 ff), In einer Rückkehr auf verlassene Reflexionsstufen liegen selten sinnvoll aktive Lernprozesse. Die Negierung der obsoleten "sozialistischen Alternative" ist nicht das Ende des Politischen. Nicht die Kapitulationserklärung vor dem neoliberalen Paradigma. Das Auseinanderdriften von Kapitalismus und Demokratie fordert eine Soziologie heraus, die versuchen muß hier Lösungen zu entwickeln, der eine Strategie der "Versöhnung" zugrundeliegt, deren Vision in einem regulierten Kapitalismus liegt und nicht in der Resurektion verblichener kollektivistischer Modelle (instruktiv jetzt, Schöler, 1999).

Nichts anderes versucht Ulrich Beck mit seiner Vision von der Weltbürgergesellschaft in einem sehr anregenden Diskussionsbeitrag zu leisten. Es geht daher um ein neues Verhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, dessen Ausgangssituation in einer Reflexion darauf besteht, wie der "Verlust an Sicherheit umgemünzt werden kann in eine Entfaltung sozialer Kreativität, wie jenseits der Vollkasko-Gesellschaft Sicherheit und politische Freiheit neu aufeinander abgestimmt werden können" (S.75).

V.

 

Die Analysen und Langzeitprognosen fast aller seriöser Wirtschaftsinstitute zeigen deutlich auf, das Vollbeschäftigung kurz-, mittel- und langfristig eine Illusion bleiben wird. Weltweit sind mit dieser Entwicklung erhebliche Migrationsströme verbunden, denen "Festungsstrategien" nicht mehr Herr werden können und denen Beck eine deutliche Absage erteilt (S. 35 f., 134 ff). Ein solche Situation erfordert globale Regulationen (Habermas, 1998, S. 156 - 169). Mit Vollzug der Globalisierung ziehen in die postindustriellen Industriegesellschaften des Westens Strukturen (insbesondere Armutsszenarien) ein, die bisher nur aus der "Dritten Welt" vertraut waren (ausgezeichnet analysiert in, Bourdieu et. Al, 1997). Nichts anderes meint die These von der "Brasilianisierung des Westens" als Metapher für die Durchsetzung eines konsequent neoliberalen politischen Paradigmas. Nach der Lesart von Beck vollzieht sich die Durchsetzung der westlichen Arbeitsgesellschaft keineswegs als universeller Prozeß einer materiellen Rationalisierung auch der Sozial - und Kultursysteme, sondern kann in durchaus andere kulturelle - und soziale Lebenswelten eingepaßt werden (S. 96 f), wie etwa die Entwicklung in Asien oder im arabischen Sprachraum zeigen. Die Globalisierung nimmt Einfluß auf die soziale Strukturierung der Gruppen im sozialen Raum, die in Globalisierungsgewinner, Prekäre Hochqualifizierte, Working Poor und lokalisierte Arme der "Underclass" differenziert werden kann (S.108 f). Eine Strukturierung, die vermutlich noch präziser gefaßt werden muß und insofern nur heuristischen Wert hat. Jedenfalls aber hat sich die Arbeitsgesellschaft derartig verändert, das von einem Ende des "Modell Deutschland" sicher gesprochen werden kann.

Teilt man die Ausgangspunkte dieser Analyse (und es kommt in der Sache nicht darauf, ob man von "entfalteter Moderne", "radikalisierter Moderne" oder von "Zweiter Moderne" spricht), kommt es auf die Folgerungen an, die man daraus zieht. Eine Folgerung ist der Versuch, Vollbeschäftigung wieder her zu stellen und das System zu "reparieren" (eingehend, Giddens, A., 1999). Etwa indem eher "konservativ" an den Institutionen des nationalstaatlichen "Welfare State" festgehalten wird und "der Staat" als Bastion gegen die Durchsetzung des neoliberalen Paradigmas verstanden wird (eine derartige Lesart legt der Ansatz von Pierre Bourdieu, Der Neoliberalismus. Eine Utopie grenzenloser Ausbeutung wird Realität, 1998b, S. 109 - 118, nahe). Eine andere Folgerung wäre die fatalistische Unterwerfung unter das neoliberale Diktat des Marktradikalismus unter Inkaufnahme der sozialen Disparitäten und ihrer ggf. repressiven Regulation durch einen starken Minimalstaat (s. dazu kritisch, Hansen, 1999, S. 231 ff). Beck versucht zwischen diesen Extremen hindurch zu steuern, indem er ein neues Modell, das der Weltbürgergesellschaft zu entwerfen versucht.

Sein Modell geht von der durchaus realistischen Annahme aus, daß Vollbeschäftigung (die ohnehin nur während einer kurzen Phase annähernd erreicht wurde) sich nicht mehr herstellen läßt und die Arbeitsgesellschaft hergebrachter Prägung der Vergangenheit der "Ersten Moderne" angehört. Damit ist weder der Abschied von der Erwerbsarbeit eingeläutet, sondern das Ende der Vollbeschäftigungsutopie (S. 42). Es setzt aber deutlich eine Reflexivität der Moderne voraus (s. dazu die Kontroverse bei Beck/Giddens/Lash, 1996). Damit hat Beck auch klargestellt, daß dem Kapitalismus nicht die Arbeit ausgeht, wie er eine Zeitlang etwas mißverständlich formuliert hat (s. nur das Kapitel "Kapitalismus ohne Arbeit", in, Beck, 1997, S. 105 - 114, in der der betreffende, viel gescholtene, "Spiegel"-Artikel eingearbeitet wurde), sondern daß Arbeit im Modell der globalen Bürgergesellschaft eine andere Funktion erhält, durch "aktive Arbeitsmarktpolitik, Teilzeitarbeit, radikale Verbilligung der Arbeitskraft, auch Sparmaßnahmen - immer aber durch kollektive Vereinbarungen, also durch das, was man den europäischen Weg des Neokorporatismus nennen kann" (S. 49).

Die bisher verfolgten Ansätze einer immanenten Problemlösung innerhalb der Strukturen der Arbeitsgesellschaft werden zwar einer eingehenden Analyse unterzogen, jedoch insgesamt verworfen, weil sie das Grundproblem nicht erfassen, geschweige denn beseitigen können, da die europäische Moderne, "Seinsvergessen" wie sie stets war, den "Wertimperialismus der Arbeit" (S.69) in das Zentrum ihrer kollektiven Identitätsbildungsprozesse stellte: "Es ist der Wunderglaube der Arbeit, des Arbeitsbürgers an sich selbst, an dem sich die Einsicht in die fortschreitende Erosion der Normalarbeit bricht. Der Bürger, der seinen Glauben an Gott verloren hat, glaubt an die Gottähnlichkeit seiner Hände Arbeit, die alles, was ihm heilig ist, schafft: Wohlstand, gesellschaftliche Stellung, Persönlichkeit, Lebenssinn, Demokratie, politischen Zusammenhalt. Man nenne mir einen Wert der Moderne, und ich mache mich anheischig nachzuweisen, daß er voraussetzt, was er verschweigt: Teilhabe an bezahlter Arbeit" (S.69).

Im Paradigma einer politischen Ökonomie der Unsicherheit ist die Arbeitsgesellschaft (auch) zur Risikogesellschaft im Vollzug der Folgen und Nebenfolgen des hegemonialen american way in je spezifischer Weise geworden (S. 72 ff). Er konkretisiert dieses These dahingehend, daß am Beginn der Umstrukturierung eine bereits von Keynes ins Auge gefaßte Arbeitszeitverkürzung stehen muß, die aber ihrerseits weitgehend nur auf die Industriearbeit zugeschnitten ist (S.66 f). Entsprechend gibt es heute so viele Arbeitszeitmodelle wie Unternehmen (S.80). Indessen sind alle diese Modelle letztlich auf größere Unternehmen zugeschnitten und setzen auf rechtlicher Ebene tarifvertragliche oder wenigstens betriebsverfassungsrechtliche Regulationsformen voraus. Ein Umstand, der von Beck nicht angemessen berücksichtigt wird. Überhaupt wird der rechtlichen Umsetzung noch wenig Aufmerksamkeit zugewendet. Beck erzeugt hinsichtlich der sozialen Folgen der Arbeitszeitverkürzung keinerlei Ilusionen: Ihre Durchsetzung wird nicht aufkommensneutral erfolgen können (S.82). Der "persönliche Souveränitätsgewinn" hingegen, ist bisher wenig gewollt, da der Lebensstandard - und damit die soziale Anerkennung - entsprechend sinkt, obwohl manche Tendenzen für einen Wandel sprechen, der aber letzt bisher nur zu einer Ergänzung des Hauptarbeitsverhältnisses durch Nebenarbeitsverhältnisse geführt hat. Ein Aspekt der leider keine nähere Beachtung findet. Längst aber ist der Normalarbeitsvertrag beinahe schon zur Ausnahme geworden. Vorherrschend bei neueren Vertragsschlüssen sind Zeitverträge, Arbeit auf Abruf, Leiharbeit, in geringerem Ausmaße Job-Sharing und selbstredend (oft mehrere) geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Scheinselbständigkeit (S.84 f).

Unter diesen Bedingungen sieht Beck drei Möglichkeiten: Augen zu-Politik, Kriminalisierung und Kanalisierung. Hatte sich die alte Koalition weitgehend der ersten Alternative verschrieben, versucht die neue eine Kombination der beiden letztgenannten Möglichkeiten (arbeitsrechtlich: Lembke, NJW 1999, 1825 - 1830; Bengelsdorf, NJW 1999, S. 1817 - 1825). Beck sieht die Widersprüche dieser Strategie sehr klar: "Die Preisfrage lautet: Wie kann Arbeit billiger werden, damit mehr Arbeitsplätze entstehen, zugleich die Solidargemeinschaft der sozialen Sicherheit erneuert und die Kosten (oder Einsparungen) sozial gerecht verteilt werden können? Was liegt näher, als endlich die Sozialversicherungspflicht einzuführen" (S. 89 ). Bekanntlich hat dies die paradoxe Folge ausgelöst, das sich diese Jobs weder für betroffene Arbeitgeber, noch für betroffene Arbeitnehmer mehr rentieren, die Sozialsysteme kaum besser darstehen als zuvor und die "Ummünzung" in Teilzeit - oder Vollzeitarbeitsplätze nicht in der erhofften Größenordnung eingetreten ist. Statt dessen erhebliche staatliche Mittel aufgewendet werden müssen, um "Schwarzarbeit" aufzudecken. Es ist tatsächlich die von Ulrich Beck aufgeworfene Frage zu stellen, warum geringfügig Beschäftigte bei voller Sozialversicherungspflicht für einen Schutz zahlen sollen, den sie zwar potentiell brauchen (anders Beck), der aber kein Schutzniveau schafft, zumal das Risiko einer fehlenden, anderweitigen Absicherung (Krankheit, Invalidität) so hoch ist, das es fast niemand eingehen kann. Tatsächlich erfolgt hier eine Teilsubventionierung maroder sozialer Sicherungssysteme, deren Zukunft in der bisherigen Form mehr als fraglich ist. Angesichts der Unmöglichkeit die Voraussetzungen einer typischen "Rentenbiographie" (45 Jahre Einzahlung) zu erreichen, wird die Altersarmut auf "kommunale Finanzierungssysteme" (Sozialhilfe) abgewälzt. Tatsächlich wurde das Problem der Billigjobs weder gelöst, noch angemessen reguliert, da die Vermehrung derartiger Tätigkeiten mit diesen Ansätzen nicht angemessen regulierbar ist, zumal weiterhin alle sozialen Sicherungssysteme weiter auf Vollbeschäftigung programmiert bleiben (S.93). Beck's Fazit ist bitter: "Doch der öffentlich zelebrierte Glaube an die Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung leistet viel. Er entlastet die Öffentlichkeit und die Wissenschaft von unerträglich großen Fragen und die Politik davor, nicht handeln zu müssen, sondern das gesellschaftliche Zusammenleben auf neue Grundlagen zu stellen" (S.93). Die gegenwärtige "Reformsituation" gibt ihm Recht, auch wenn manche angeführten Einzelheiten fraglich sind.

VI.

 

Unter diesen Umständen der "multiplen Kapitalismen und Modernen" (S.123) kann es weder "Patentrezepte" noch "Gewißheiten" für eine zukünftige Entwicklung geben, sondern nur fragmentierte Entwürfe, die schrittweise zu realisieren wären, um eine angemessene Sozialstruktur für die "Zweite Moderne" in einem sozial regulierten Kapitalismus zu schaffen (s. jetzt Beck, U., Wohin führt der Weg, der mit dem Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft beginnt?, in, Ders., 1999, 7 ff). Beck sieht den Übergang zur Weltbürgergesellschaft in Europa (trotz aller Seitenblicke und der drei interessanten Aufsätze zur asiatischen Problematik im "Anhang", ist die Perspektive primär okzidental) nur dann als möglich an, wenn der Abbau der Arbeitsgesellschaft mit einem Aufbau eines sozialen, politischen und kulturellen Raumes Europa verknüpft wird: "Ein wesentliches Mißverständnis will ich gleich vorweg ausschließen: Es geht nicht darum, Bürgerarbeit als Rettungsring der Welt anzupreisen, sondern getreu dem chinesischen Sprichwort zu argumentieren: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Bürgerarbeit meint die Politik des ersten Schritts" (S.127).

Die gesellschaftlich vorhandene ökonomisch "verwertbare" Arbeit, deckt sich nicht mit den vorhandenen Arbeitspotentialen, die, wenn überhaupt, oftmals ehrenamtlich erbracht werden. Ehrenarbeit aber, auch hier ist Beck zuzustimmen, kann diese Funktionen nicht ausfüllen. Dies auch deshalb, weil guter Wille allein nicht reicht und Engagement der hinreichenden Organisation bedarf. Zur Organisation derartiger Projekte zählt aber eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Bürgerarbeit hingegen ist keine ehrenamtliche Arbeit, sondern setzt soziale Anerkennung und Aufwertung voraus und damit immer auch Bürgerrechte (S. 128), deren Ausübung allein bürgerliche Freiheiten sichert (Beck, Ursprung als Utopie: politische Freiheit als Sinnquelle der Moderne, in, Ders., 1997a; S.382 ff). Finanziert werden soll diese neue Arbeitsform durch ein Bürgergeld, die mindestens das Niveau der Arbeitslosen - oder Sozialhilfe erreichen soll. Als Finanzierungsquelle sieht Beck jene "Unsummen" an, die in Europa für Arbeitslosen- und Sozialhilfe ausgegeben werden. Statt Arbeitslosigkeit soll Bürgerarbeit finanziert werden (S. 128). Ergänzt werden soll dieser Rahmen durch privates Sozial-Sponsoring (in Deutschland kaum verbreitet), öffentliche Transfergelder, kommunale Eigenfinanzierungen und aus erwirtschafteten Erträgen der Bürgerarbeit selbst. Damit greift er US-amerikanische Strukturen innovativ auf. "Bürgerarbeit ist freiwillige, selbstorganisierte Arbeit, wo das, was getan werden soll, ebenso wie das, wie es getan werden soll, in den Händen derjenigen liegt, die dies tun" (S. 129). Bürgerarbeit ist für ihn als Zwangsarbeit nicht denkbar. Zwangsverpflichtungen werden als Strafe empfunden und setzen regelmäßig keine Motivation frei. Damit setzt Beck auf den - evolutionär ungerichteten - Faktor der gesellschaftlichen Spontaneität, der auch einer Verstaatlichung der Bürgerarbeit widerstreitet (S.131). Wertskeptiker werden entgegenhalten, daß angesichts eines grassierenden Werteverfalls für eine solche Motivation keine gesellschaftlichen Ressourcen vorhanden sind. Dies wird von Beck seit längerem vehement bestritten (s., Kinder der Freiheit: Wider das Lamento über den Werteverfall, in, Beck, 1997a). Tatsächlich beeinhaltet diese Entwicklung eine erhebliche Transformation gesellschaftlicher Wertstrukturen, eine "ethische Umarbeitung" (Foucault), die zur Akzeptanz veränderter moralisch-ethischer Strukturen führt. "Verfallsthesen" leugnen regelmäßig Transformationsprozesse, da sie bestimmte historisch gewachsene Wertstrukturen als allein verbindlich auszeichnen. Demgegenüber läßt sich eine verstärkte Hinwendung zu "postmaterialistischen Werten" kaum mehr leugnen.

Als Organisationsformen dürften ihm rechtlich - er behandelt diesen Aspekt nicht - Gesellschaften bürgerlichen Rechts, Stiftungen und Vereine im Sinne des BGB vorschweben, die ja auch steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt werden können. Diese projektgebundene, gemeinnützige Arbeit (für die zuhauf Bedarf vorhanden ist), soll durch Bürgergeld, Qualifikation, Anerkennung von Renten- und Sozialzeiten und "Favor Credits" belohnt (nicht "entlohnt") werden (S. 132 f). Im Kern handelt es sich dabei um eine Fortschreibung des Systems der Bürgerinititiativen, die seit den 70er und 80er Jahren die bundesdeutsche Demokratie (bis heute) erheblich belebt haben und in zahlreichen Kommunalgesetzen und Landesverfassungen inzwischen teilweise als kommunale und länderspezifische Demokratieform verankert sind. Dies schließt auch eine Politik für mehr Bürgerrechte ein, die aber stets immer noch auf ihrer permanenten Einforderung beruht.

Gleichzeitig soll die demokratische Identität Europas verstärkt werden, da derartige Kooperationsformen nicht an nationale Organisationsformen und Verfahrensregeln rückgekoppelt werden können. Seine Vision lautet: "Die europäische Demokratie gewinnt ihre Seele mit und durch Bürgerarbeit" (S.137). Dies alles setzt eine "Politik des Anfangens" voraus (S. 139). Es ist ja nur zu wahr: "Viele Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Manager, Verwaltungsfachleute usw. wollen ihr berufliches Können einmal anders einsetzen - auf die öffentliche Meinung und Gesetzgebung Einfluß nehmen können, Wirtschaftspläne für Selbsthilfegruppen entwerfen, über Steuerflucht aufklären, Schuldner beraten, vertuschte Gefahren aufdecken usw. Bürgerbeteiligung, Dezentralisierung - in der Verwaltung vieler Städte und Gemeinden ist eine kleine Kulturrevolution ausgebrochen: Sie verspricht nicht mehr Wirtschaftlichkeit, sondern auch einen Zugewinn an Demokratie" (S. 141). Diese Gewichtung schafft ein - von Beck durchaus gesehenes - Problem - eines mittelschichtspezifischen Engagements aus postmaterialistischer Verantwortung.

All dies hat Beck im Ausgangspunkt schon mehrfach beleuchtet. Tatsächlich geht es um die Installierung gesellschaftlicher Selbststeuerungsysteme und der Herausarbeitung der Subsidiarität staatlicher Regulation, wo Selbstregulation möglich ist. Es zeichnet sich immer mehr ein Trend ab, in dessen Kern der Wille eines Großteils der Bevölkerung steht, die Wohltaten und Segnungen der öffentlichen Verwaltung, nicht mehr ungeprüft als solche ansehen zu wollen, sondern wo dies möglich ist, autonom selbst wertschöpfen zu wollen. Es handelt sich um eine Rückkehr der Individuen in die Politik, die Beck treffend als "Subpolitik" bezeichnet hat (1993, S. 149 ff). Inzwischen hat das Innenministerium unter Otto Schily diese Entwicklung erstmals positiv aufgegriffen (http://www.staat-modern.de), was eine grundsätzliche Anerkennung des Grundsatzes bedeutet, daß der Staat nur dort tätig werden sollte, wo die gesellschaftliche Selbststeuerung nicht möglich oder nicht ausreichend ist. Auffassungen, die insbesondere in der Internet-Community sehr verbreitet sind (s. Mayer, P.,1999, S. 239 ff). Es handelt sich um nichts weniger als eine neue Verortung der Freiheit vom Staat in einem Staat, der mit der Gesellschaft nicht identisch ist, aber als Regulations - und Kontrollrahmen eine wichtige Funktion einnimmt und diese auch weiter wahrnehmen muß. Ein "Nachtwächterstaat" ist nicht in der Lage die Aufgaben der näheren Zukunft zu meistern. Nichts anderes wird Beck mit der etwas mißverständlichen Wendung (S. 178) von der Notwendigkeit "starker Staaten" meinen, wie sich aus dem Kontext ergibt.

All dies ist aber ohne freiwilliges, bürgerorientiertes Engagement nicht möglich (S. 141 f), unter Einflußnahme auch auf Konzernstrategien (S. 179 f), und setzt eine Repolitisierung der Gesellschaft in republikanisch-demokratischer Absicht voraus, die eine neue Lektüre der staatstheoretischen Schriften Kants nahe legt. Für Beck stellen sich angesichts der historischen Ausgangslage zwei Alternativen: "Entweder man hält >nun erst recht< an den Fiktionen der Vollbeschäftigungsgesellschaft fest, dann kommt es zur >Brasilianisierung des Westens<. Oder es bedarf einer neuen Abstimmung zwischen Staat, politischer Bürgergesellschaft und Markt, die ihrerseits zum Gegenstand politischer Debatten und Entscheidungen gemacht werden müßte" (S. 144). Die Vorschläge von Beck können nicht mehr als eine "Teilantwort" auf die Herausforderungen der Umstrukturierungen der "Nacharbeitsgesellschaft" sein. Sie lassen übrigens auch latent offen, wie der Umbau der Arbeitsgesellschaft jenseits des Sektors der Bürgerarbeit vonstatten gehen soll. In diesem Zusammenhang stellt sich insbesondere die Frage, ob und wie Umverteilungsprozesse notwendig sind, die primär über das Fiskalsystem ausgesteuert werden. Hier ist angesichts der Grundrechtsrelevanz dieser Materie äußerste Zurückhaltung des nationalen Gesetzgebers gefordert, da entsprechende Regulationen eines europäischen Gestaltungsrahmens bedürfen, der die gesellschaftliche Entwicklung fördern, nicht hemmen soll. Der Vorschlag von Beck zielt auf eine aufkommensneutrale Restrukturierung Bezahlte Bürgerarbeit kann additiv neben Erwerbsarbeit treten, sie aber nicht ersetzen (S. 170). Nach seiner Auffassung sind daher zunächst zwei Schritte nötig: "Zum einen muß die attraktive Erwerbsarbeit so umverteilt werden, daß jeder, jede ein Bein in der Erwerbsarbeit haben kann und zugleich das andere in der der Familien- oder Bürgerarbeit. Zum anderen kommt es darauf an, Bürgerarbeit mit einem finanziellen Unterbau auszustatten, um aus eigener Kraft und mit Selbstbewußtsein Partner und Kritiker des Staates sein zu können" (S.145). Niemand kann sich der Einsicht verschließen, das eine hohe Armutsrate die Grundlagen der Demokratie gefährdet, weshalb Beck ein Bürgergeld für selbsttätige Bürgerarbeit fordert (S. 146), um Republik und Demokratie zu stabilisieren, was eine Wechselwirkung zwischen der Belebung von Erwerbs- und Bürgerarbeit nicht ausschließt und gleichzeitig Brücken zum Arbeitsmarkt schlagen kann (S.148 f).

Diese Konzeption ist (neben den bereits genannten) dem grundsätzlichen Einwand eines republikanischen Idealismus ausgesetzt, der die Entwicklung des demokratischen Prozesses von den Tugenden gemeinwohlorientierter Staatsbürger abhängig macht und zu einer ethischen Engführung des politischen Diskurses führen kann (im folgenden greife ich einige Argumente von Jürgen Habermas aus, Drei normative Modelle der Demokratie, in, Ders., 1997, S. 277, 283 ff auf). Die Institutionalisierung der Bürgerarbeit findet unter den Bedingungen eines pluralistischen Gerechtigkeitsverständnisses statt, in einer Atmosphäre der Pluralität von Interessen und Wertorientierungen, deren Ausgleich durch ethische Diskurse allein nicht mehr erreicht werden kann (s. bereits Habermas, Vom pragmatischen, ethischen und moralischen Gebrauch der praktischen Vernunft, in, Ders., 1991, S. 100 - 118). Zumal sie unter den Bedingungen vermachteter Kompromißbildungsvoraussetzungen stattfinden. Unter diesen Bedingungen setzt die Etablierung neuer Lebensformen die Errichtung von Verfahren, also institutionalisierten Diskursen voraus, die entsprechende Kommunikationsformen überhaupt erst entbinden können. An die Stelle des starken republikanischen Ideals sollte daher ein Modell der Deliberation treten, das zunächst entsprechende Verfahren institutionalisiert und die Regeln für Selbststeuerungsmodelle klärt. Die Etablierung neuer Arbeits- und Lebensformen findet nicht im rechtsfreien Raum statt, sondern bedarf dieser Verfahren zu ihrer Ermöglichung, kann aber im Gegensatz zum Republikanismus auf eine Subjektorientierung verzichten. Selbststeuerung ist nicht voraussetzungslos möglich, sondern bedarf der Etablierung von "Arenen" für die kommunikative Verständigung. Letztlich zielt Becks erneuerter Vorschlag (1999b) für eine politische Initiative wohl auf ein derartiges Verständnis von Republikanismus.

Inzwischen hat Ulrich Beck seine Vorschläge gleichzeitig komprimiert und präzisiert (s. jetzt,, Die Seele der Demokratie: Bezahlte Bürgerarbeit, in, Beck, 1999b, S. 416 ff), da manches doch im Vagen verblieben ist, angesichts eines solchen Entwurfes auch verbleiben mußte. Es stellen sich in diesem Zusammenhang immer noch Fragen nach dem Potential der Bürgerarbeit, ihrer Organisation, Legitimation, Finanzierung, ihrer Adressaten und ihrer Funktion für die Demokratie. An der Möglichkeit einer vollständig kostenneutralen Umsetzung (ebd., S.446) bestehen - wie geäußert - Zweifel. Zutreffend ist aber der Ausgangspunkt: "Alle politischen Gruppierungen suchen nach Lösungen, die die Quadratur des Kreises ermöglichen: Sozialkosten zu sparen, aber gleichzeitig soziale Leistungen zu verbessern. Es liegt nahe, daß dabei der Blick auf den Frewilligen-Sektor fällt. (...) Das bedeutet, eine große Koalition zur Durchsetzung von Bürgerarbeit ließe sich sehr wohl schmieden. Die öffentliche Debatte über Bürgerarbeit kann sogar den Konsens schmieden, der sie wirklich macht". Letztlich kann diese Teilantwort aber nur einer gleichzeitigen Bemühung um die Ausweitung der Erwerbsarbeit, wo sie möglich ist (etwa im Dienstleistungssektor) korrespondieren, da die individuelle, wertschöpfende Reproduktionsleistung angesichts des Lebensstandards in spätmodernen Gesellschaften auf angemessene "Entlohnung", nicht aber nur auf "Belohnung" angewiesen ist. In diesem Rahmen kann Bürgerarbeit ein wichtiger Faktor werden, der geeignet ist die demokratische Legitimation zu vertiefen, wenn er mit einem Diskurs über Demokratie und Bürgerrechte verbunden bleibt. Es kann nicht dabei bleiben, sie von der institutionalisierten Politik nur zu fordern, sondern sie muß bei denen beginnen, die es betrifft. Die politische Initiative, die Beck fordert, sollte im Internet beginnen. Etwa in der Etablierung eines Diskussionsforums oder einer Mailingliste zum Thema "Bürgerarbeit und Zukunft der Demokratie". Ohne die Einbeziehung der Möglichkeiten der "neuen Medien" für die Herstellung der kommunikativen Strukturen eines derartiges Projektes, wird dieses ceteris paribus scheitern.

VII.

 

Ist aber der hochmotivierte Bürgerarbeiter nicht die Illusion eines "Gutmenschen"? Wird nicht ein zu hohes - letztlich auf Hannah Arendt zurückgehendes - Ethos der Republik idealisiert? Beck stellt diese Fragen selbst auch (S.151 ff), weicht ihnen aber doch etwas aus (auch in seinem neuen Text zur Bürgerarbeit). Immerhin ist es nicht von der Hand zu weisen, daß sich das neoliberale Paradigma in der eine oder anderen Variante durchsetzt und die "Brasilianisierung des Westens" tatsächlich erfolgt. Vermutlich würde Beck es als unproduktiv ansehen, auf "Negativ-Visionen" wichtige Gedankenzeit zu verschwenden, die produktiver eingesetzt werden kann, in der Entwicklung von Szenarien, die versuchen realisierbare Alternativen gegen diese Durchsetzung zu entwickeln. Tatsächlich korrespondiert einem delegitimierenden Autoritätsverlust der politischen Institutionen eine zunehmende Intervention der Bürger in die Politik und sei es durch Verweigerung von Beteiligung und Zustimmung an den demokratischen "Ritualen". Eine solche Entwicklung kann aber auch umschlagen in einen Willen "so nicht mehr regiert zu werden" (Foucault) und entbehrt keineswegs der Dialektik.

Der soziologische Scheidepunkt ist die Einschätzung der Entwicklung des neuzeitlichen Individualismus: "Vieler verkennen also, daß mit dem Verfall tradtitionaler Sozialformen und - ordnungen, wie sie durch soziale Klassen, religiöse Gemeinschaften, die traditionale Familie vorgegeben wurden, keineswegs notwendigerweise Desintegration und Anomie um sich greifen. Vielmehr entsteht eine Ethik individueller Selbstentfaltung und Selbstverantwortung, die zu den machtvollsten Errungenschaften und Sinnquellen moderner Gesellschaften gehört. Das wählende, entscheidende, sich selbst inszenierende Individuum, das sich als Autor seines eigenen Lebens, Schöpfer seiner Identität versteht, ist die Leitfigur unserer Zeit" (S.153). Man möchte ergänzen: allen immer wieder erneuerten Einladung zum Kollektivismus zum Trotz, dessen immer wieder verkündete "Wahrheiten", die Unwahrheit einer auf sich selbst gestellten Epoche sind, auf prozedurale, fallibilistische Wahrheitsfindung angewiesen und auf sonst nichts.

Eine besondere Quelle einer neuen Solidarität sieht Beck in der Vergemeinschaftung durch neue Risiken, da es in der entfalteten Moderne keine "natürlichen" Gemeinschaften der Nachbarn, der Familie, der Nation, mehr gibt (S.164 f). Die Wahrnehmung transnationaler Aufgaben durch internationale Regime und transnationale nichtsstaatliche Organisationen bricht, trotz aller Brechungen der Gegenwart, für diese These. Allerdings können derartig neue Kooperationsformen nicht gesetzlich verordnet werden, sondern bedürfen der Durchsetzung im politischen Kampf, der kein "revolutionäres Klassensubjekt" mehr kennt, weshalb noch verbliebene marxistische Klassentheoretiker letztlich Rückzugsgefechte auf verlorenem Posten kämpfen. Beck läßt das große Problem offen, wie sich Initiative in politische Praxis übersetzen soll, um eine transnationale Umstrukturierung der Arbeitsgesellschaft herbeizuführen, die nur als Folge eines kollektiven Lernprozesses überhaupt denkbar ist, betont aber andererseits die Notwendigkeit der "Begründung und Gründung eines neuen politischen Subjekts: nationaler Bewegungen und Parteien der Weltbürger" (S.178). Es daher notwendig die Akteure zu identifizieren, die im sozialen Raum innerhalb der Differenz gesellschaftlicher Strukturen herausbilden und nur als Gruppen emiprisch identifizierbar sind (Bourdieu, 1998, S. 48 - 52). Der Anfang muß in Europa versucht werden: "Wo können transnationale Experimente mit Aussicht auf Erfolg begonnen werden? Sicherlich in Europa. Das Zurück zur nationalstaatlichen Demokratie ist pure Illusion. Es gibt keine Demokratie mehr in Europa - es sei denn eine transnational erweiterte. Gerade nach der Einführung der Währungsunion muß Europa mit neuen politischen Ideen gestärkt werden. Denn nur ein starkes Europa ist in der Lage, die absehbaren sozialen und politischen Folgeprobleme des Euro und die sich daraus ergebenden Turbolenzen abzufedern und zu bewältigen. Auch ist nur ein starkes Europa in der Lage, seine Erfindung des Politischen für die globale Epoche neu auszubuchstabieren" (S. 178). Dies alles setzt den Ausbau neuer transnationaler Institutionen, die Schaffung von Netzwerken und eine Organisation gesellschaftlicher Selbststeuerung, deren Konturen etwas unscharf geblieben sind, auch wenn Beck mit dem Motto schließt: "Weltbürger aller Länder - vereinigt Euch!" (S.182).

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